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EBERSTADT (rh). Verrückt, was der sogenannte „Aküfi “ – sprich:
Abkürzfimmel – so alles durcheinander
bringen kann. Dass
die drei Buchstaben „V.s.F“ in
einer Zeitungsannonce für Verwirrung
sorgen können, zeigte
die Frankenstein-Bühne in einer
herrlich-komischen Verwechslungs- komödie
im Eberstädter
Ernst-Ludwig-Saal.
Die drei zunächst bedeutungslos
erscheinenden Buchstaben
entpuppten sich im Laufe des
Stückes „Hier sind Sie richtig!“
zu einer derart turbulenten und
amüsanten Umtriebigkeit, dass
die Zuschauer ihre liebe Mühe
hatten, die rasanten Szenen einzuordnen.
Während Yvonne Raftopolou,
die in einer Doppelrolle als „tanzender
Spargel“ Nora Schuster
sowie als Malerin Mareike
Steinke glänzte, und herrlich
naiv einen „Spartacus“ – Vorbedingung
schöne Füße – als Aktmodell
sucht, bemüht sich der
ehemalige Broadway-Star Cora
von Lichtenberg (Sylvia Sadlon-
Richter), die mit ihrer Hausdame
Pauline (Karla Bachmann) aufs
Land ziehen möchte, um neue
Mieter – Vorbedingung solide
Familie.
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Pauline ihrerseits denkt aber ans
Heiraten und sucht ebenfalls per
Annonce als „Erf. weibl. Ersch.“
einen geeigneten Partner.
Die Aküfi-Verwirrung komplettiert
Pianistin Larissa Forte, die
– Vorbedingung sicherste Fingerfertigkeit
vorausgesetzt –,
Klavierschüler sucht.
Und während bei Larissa alias
Nadine Zielke stets die Theorie
den Vorrang hat, geht „Spartacus“
Arnold Schwarzenbecker,
witzig dargestellt von Walter
Wesch, mit nacktem Bauchmuskelspiel
athletisch zur Sache
– wären da nicht seine lästigen
Krämpfe.
Auch alle anderen Herren – ausgenommen
der verliebte Postbote
Heinz Brühmann (Wilfried
Schwinn) – kommen zwar ordentlich
angezogen auf, dafür
aber nur noch spärlich bedeckt
von der Bühne.
Egal, ob Amadeus Zart (Hans-
Jürgen Schwarz), der als Muttersöhnchen
eigentlich nie widerspricht,
Winfried Hess als bügelfaltenerfahrener
Wohnungssuchender
Justus Freudenstein,
oder Heiratskandidat Clemens
Bräuer alias Arno Ritter, der keinen
Kräuterlikör verträgt, alle
lassen sie – ganz zur Freude des amüsiert mitgehenden Publikums - mehr oder weniger die Hosen herunter.
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Gute zwei Stunden Kurzweil mit
hohem Spaßfaktor bekamen die
Glücklichen geboten, die eine
der Karten für die sechs jeweils
ausverkauften Spieltage ergattern
konnten.
Gabriele Schmidt, eine aus der
13-köpfigen Schauspieltruppe,
führte gekonnt die Regie und
bearbeitete die Komödie zusammen
mit Sylvia Sadlon-Richter.
Beide schrieben für Schauspielkollegin
Helga Schindewolf, die
gerade ihr erstes Kind zur Welt
brachte, sogar noch eine Zusatzrolle
als wohnungssuchende Fotografin in das Stück.
Von der professionellen Schauspielleistung
Aller zeugte auch,
dass die aufmerksame Souffleuse Doris Schwarz nur äußerst
selten einmal „reinreden“ musste.
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