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Die Lust am
Spielen und gemeinsam Theaterstücke erarbeiten: Das stand im
Vordergrund, als sich eine neunköpfige Laienschauspielgruppe im Mai 2000
zur Frankenstein-Bühne zusammentat. Alle Mimen hatten bereits
Bühnenerfahrung und wollten einen Neubeginn in Eberstadt starten. Auch
Walter Wesch gehört dazu, er zeichnet für die Namensgebung
verantwortlich. ,,Mit dem Ernst-Ludwig-Saal und dem Kulturellen
Förderverein ist ein Traum für uns wahr geworden", berichtet Regisseurin
Gabriele Schmidt. Die Bühne sei zwar klein, aber fein. Zudem kümmerten
sich die Mitglieder des Kulturellen Vereins rührend um alle Belange der
Schauspieler: ,,Sie setzen das Licht, übernehmen die Technik und auch
die Bewirtung bei Veranstaltungen", erzählt Sylvia Sadlon-Richter. Die
Hauptverantwortlichen, Klaus Daniel Kraft und der kürzlich verstorbene
Dieter Müller, zeigten sich von Anfang an überaus interessiert. Schon
das Debüt mit ,,Dumm gelaafe" habe alle Erwartungen übertroffen, sagt
die Regisseurin. Die Zuschauer seien begeistert gewesen, die vier
Vorstellungen ausverkauft. |
Die Frankenstein-Bühne ist erreichbar unter Telefon
2782370 und über die Internetadresse www.frankenstein-buehne.de. Seitdem
ist die Truppe noch mehr angespornt: Jedes Jahr suchen die Mimen nach
einem neuen Stück. ,,Da müssen schon 15 bis 20 Texte gelesen werden, bis
ein passender dabei ist", meint Gabriele Schmidt. Nach Auswahl und
Rollenverteilung folgt die erste gemeinsame Leseprobe, dann steht dem
Einstudieren nichts mehr im Weg. Ab September kommt die rührige Gruppe
montags und donnerstags von 20 bis 22 Uhr zusammen. Doch damit nicht
genug: Ein Wochenend-Powertraining mit Rollenanalyse sowie ein
Theaterworkshop mit Videoaufzeichnungen, das die Mimen in ein kleines
Hotel nach Krombach verschlägt, intensivieren die Probenarbeiten. Bis
das Stück für die Premiere im Januar sitzt, vergeht also eine aufwendige
Zeit, in der auch viel gelacht werde. ,,Meist über Pannen." An drei
Wochenenden jeweils im Januar und Februar können die Besucher das neue
Stück im Ernst-Ludwig-Saal erleben.
,,Insgesamt", sagt Sylvia Sadlon-Richter, |
,,sehen es etwa 1500
Menschen". Danach seien alle Spieler platt. Weil das Repertoire der
Eberstädter vielseitig ist - die Frankenstein-Bühne inszeniert gern
englische Boulevardkomödien, aber auch deutsche Lustspiele, in den
Anfangsjahren teilweise gar in Mundart aufgeführt - haben sie
eingefleischte Fans. ,,Es ist immer sehr familiär im Saal", umschreibt
es Sadlon-Richter. Die vielfältigen Aufgaben wie Bühnenbild, Kulissenbau
oder auch Werbemaßnahmen werden von den Aktiven gemeistert. Wobei die 14
Spieler von 60 Fördermitgliedern unterstützt werden. Hans-Joachim Spika,
Mitbegründer und seither engagierter Vorsitzender, verzichtete auf eine
erneute Kandidatur, Nachfolgerin ist Gabriele Schmidt. Die Gruppe freut
sich nun auf das Vorbereiten von ,,Hüttenzauber" - eine Komödie von
Heidi Mager, auf das Mitmachen bei der Kerb und vor allem aufs erste
,,Frankenstein-Bühnen-Baby". |