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Die Oma schlägt
dem Fass den Boden aus: Nicht nur, dass sie jeden für einen Einbrecher
hält, nein, sie vergisst von einem auf den anderen Moment, dass sie auf
Mallorca weilt. ,,Wir sind in den Ferien? Das hat mir keiner gesagt",
kommt's resolut aus ihrem Mund. So nimmt das neue Stück ,,Wer trägt
schon rosa Hemden?" der Frankenstein-Bühne im Ernst-Ludwig-Saal rasch an
Schwung auf und bleibt witzig bis zum letzten Satz. Kein Wunder, wenn
eine Familie wie die Slaters den 35. Hochzeitstag so verbringen möchte,
wie einst die Flitterwochen - damals am Mittelmeer. Schließlich sind
alle gealtert, neue Familienmitglieder hinzugekommen. Auch die oft
besuchte Bar ist nicht mehr. Die Großmutter leidet an Demenz, das
Jubelpaar Harry (Walter Wesch) und Muriel (Karla Bachmann) an so
ziemlich allen Vorurteilen. Was da so alles aufs Tapet gebracht wird,
oft eben noch durch die Ulkigkeit der grandios von Sylvia Sadlon-Richter
gespielten Großmama gesteigert, animiert das Publikum zu stetem
Gelächter bis hin zu Gebrüll. |
Ihre Spleens
würzen das lustige Verwirrspiel um Tochter Paula (Nadine Zielke) und
Schwiegersohn Gerald (Hans-Jürgen Schwarz) sowie Sohn Tom (Winfried
Hess) und dessen Gattin Georgina. Letztere spielt kaum eine Rolle, dafür
schafft Tom Ersatz, in dem er sich mit ,,Mausi" Miranda (Helga
Schindewolf) amüsiert. Größere Sorgen als diese Liaison ,,mit der gelben
Frau" bereitet den Eltern Paula, die zum Hochzeitstag verkündet, dass
sie sich von ihrem Gerald trennen wird. ,,Nur über meine Leiche",
bestimmt ein Walter Wesch, der den sichtbar getroffenen Vater Harry
überzeugend und urkomisch rüberbringt. Er will sich sein Fest nicht
vermasseln lassen, will es partout ,,nach Zeitplan" durchziehen. Das
lassen aber weder die Umstände, noch die Vorurteile zu: Denken doch
Muriel und Harry, dass Gerald, der fragwürdige rosa Hemden trägt, Paula
betrügt. Als dann auch noch Paulas Geliebter (Hans-Joachim Spika)
angeflogen kommt, ist die auch beim Publikum so geliebte Aufregung
perfekt. Er bezirzt sämtliche Damen mit demselben Rosenstrauß, und lässt
Gerald |
wie einen begossenen Pudel
erscheinen. Doch der stellt klar: ,,Ich kaufe mir immer weiße Hemden,
die werden aber alle in der Waschmaschine rosarot." Schließlich stellt
sich Julian als Schwerenöter heraus, die Oma verscheucht ihn als
Einbrecher, und alles wird gut: ,,Wie immer", finden Rainer und Bärbel
Eckert aus Seeheim das Spiel der Laien ,,sehr schön". ,,Die Oma war
toll", sagen sie. ,,Da hätten wir was verpasst", urteilt ein anderes
Paar. ,,Super", ist auch der erste Gedanke von Hilde Kompa und ihrer
Tochter Martina Kompa-Weiß nach dem Theaterstück, und: ,,Wir sind hier
Stammgäste." |